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Gekaufte Streams: warum Fake-Plays euren Releases schaden

Angebote für tausende Streams oder garantierte Playlist-Plätze gibt es überall. Was nach einem schnellen Start aussieht, verstößt gegen die Regeln aller großen Plattformen und kann euch Einnahmen, Releases und sogar euer Konto kosten.

Streams und PromotionAktualisiert am 6 Minuten Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Als künstlich gilt jeder Stream, hinter dem kein echtes Hörinteresse steht, etwa durch Bots, Skripte oder bezahlte Klickfarmen.
  • Dienste, die gegen Geld garantierte Streams oder Playlist-Plätze versprechen, verstoßen gegen die Regeln von Spotify.
  • Folgen: Einnahmen werden einbehalten, Zahlen korrigiert, Songs entfernt und Konten gesperrt. Spotify berechnet dem Vertrieb außerdem Gebühren pro betroffenem Track.
  • Bei unserem Distributionspartner Too Lost ist gegen solche Entscheidungen kein Widerspruch möglich.

Was sind künstliche Streams?

Spotify zählt einen Stream als künstlich, wenn er nicht das echte Interesse eines Hörers widerspiegelt. Dazu gehört jeder Versuch, Spotify mit automatisierten Abläufen wie Bots oder Skripten zu manipulieren. Typische Beispiele sind:

  • gekaufte Streams oder Hörer, egal wie „echt“ sie beworben werden,
  • bezahlte Playlist-Plätze mit Erfolgsgarantie,
  • Geräte oder Konten, die einen Song in Dauerschleife abspielen,
  • Tauschgruppen, in denen sich Künstler gegenseitig in Schleife hören.

Hinzu kommt: Seit 2024 bringt ein Track bei Spotify erst Geld, wenn er in den letzten zwölf Monaten mindestens 1.000 Streams erreicht hat. Gekaufte Streams sollen diese Grenze oft schnell überspringen. Gerade dieses Muster fällt auf.

Warnsignale bei Promo-Angeboten

Nicht jede Promotion ist unseriös. Seid aber vorsichtig, wenn ein Angebot

  • eine feste Zahl an Streams, Hörern oder Followern verspricht,
  • einen Playlist-Platz garantiert, statt nur eine Einreichung bei Kuratoren anzubieten,
  • auffällig billig ist, etwa tausende Streams für wenige Euro,
  • nicht sagt, wer die Playlists betreibt und woher die Hörer kommen,
  • Ergebnisse innerhalb weniger Stunden verspricht.

Spotify sagt dazu deutlich: Jeder Dienst, der gegen Geld garantierte Playlist-Plätze anbietet, verstößt gegen die Nutzungsbedingungen.

Was dann passiert

Stellt eine Plattform künstliche Streams fest, kann das mehrere Folgen haben:

FolgeWas das bedeutet
Einnahmen einbehaltenDie Erlöse aus den betroffenen Streams werden nicht ausgezahlt.
Zahlen korrigiertStreams und Hörerzahlen werden öffentlich nach unten angepasst.
Songs entferntSongs fliegen aus Playlists oder werden ganz von der Plattform genommen.
GebührenSpotify berechnet Labels und Vertrieben bei eindeutigen Fällen eine Gebühr pro Track.
Konto gesperrtBei wiederholten Verstößen kann der Vertrieb das Konto sperren.

Wird eines eurer Releases markiert, erfahren wir das über unseren Distributionspartner Too Lost und melden uns bei euch. Nach Angaben von Too Lost sind die Entscheidungen der Plattformen endgültig, ein Widerspruch ist nicht möglich. Nach wiederholten Verstößen werden alle Inhalte eines Kontos entfernt.

Ein einziger Fall kann also nicht nur einen Song treffen, sondern ganze Kataloge. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zu ein paar tausend Streams.

Wenn ihr nichts gekauft habt

Künstliche Streams können auch ohne euer Zutun entstehen, zum Beispiel wenn euer Song in einer Playlist landet, die selbst mit Bots arbeitet. Darauf solltet ihr achten:

  • Prüft in Spotify for Artists regelmäßig, woher eure Streams kommen. Plötzliche Sprünge aus unbekannten Playlists oder Ländern sind ein Warnzeichen.
  • Reicht eure Songs nur bei Playlists ein, deren Betreiber ihr kennt oder die echte Hörer haben.
  • Meldet euch bei uns, wenn euch etwas auffällt. Je früher wir davon wissen, desto besser.

Seriös wachsen

Echte Hörer zu gewinnen dauert länger, bringt aber Fans, die bleiben. Diese Wege sind erlaubt und funktionieren:

  • Spotify-Pitch: Mindestens 7 Tage vor dem Release in Spotify for Artists einreichen. So landet der Song auch im Release Radar eurer Follower. Siehe Release-Planung und Spotify-Pitch.
  • Offizielle Werkzeuge der Plattformen: Spotify bietet zum Beispiel eigene Kampagnen-Werkzeuge in Spotify for Artists an.
  • Eigene Kanäle: Kurze Clips auf TikTok, Instagram und YouTube Shorts mit eurem Song.
  • Regelmäßig veröffentlichen: Mehrere Singles in sinnvollen Abständen bringen mehr als ein einzelnes Release.
  • Live und lokal: Auftritte, Kooperationen mit anderen Künstlern und lokale Medien.

Häufige Fragen

Merkt Spotify wirklich, wenn Streams gekauft sind?

Spotify sucht nach eigenen Angaben aktiv nach künstlichen Streams und korrigiert betroffene Zahlen. Auch Too Lost und Deezer haben eigene Systeme dafür. Verlassen solltet ihr euch nicht darauf, dass es unbemerkt bleibt.

Ist es erlaubt, Playlist-Kuratoren für eine Einreichung zu bezahlen?

Spotify verbietet Angebote, die gegen Geld einen Playlist-Platz garantieren. Achtet bei solchen Diensten darauf, dass ihr nur für die Prüfung zahlt, nicht für ein festes Ergebnis, und dass die Playlists echte Hörer haben.

Was passiert bei Saliceti Media, wenn mein Release betroffen ist?

Wir melden uns bei euch, sobald wir von Too Lost einen Hinweis bekommen. Dann klären wir gemeinsam, woher die Streams kamen und wie es weitergeht.

Ihr möchtet mit Saliceti Media veröffentlichen?

Wir betreuen unabhängige Künstler und Creator persönlich, vom Release bis zur Rechteverwaltung. Neue Partner nehmen wir auf Einladung auf.